„Die PARTEI“ hat eine Anfrage zur Wasserqualität in den Grummer Teichen an die Stadtverwaltung gestellt, die wir hier in Ausschnitten dokumentieren.

Die Fragen:

  1. Wie beurteilt die Verwaltung die Wasserqualität in Hinblick auf Nitratgehalt, (Blau-)Algendichte?
  1. Welche Parameter werden in welcher Form und in welchem Zyklus erhoben, um die Wasserqualität in den Gewässern Bochums zu überwachen?

Ausschnitte aus den Antworten:

  1. In der warmen Jahreszeit kann es zu Hitzestress an Teichen kommen. Erhöhte mittlere Tagestemperaturen und vermehrte Sonneneinstrahlung führen zu geringeren Wasserständen und zu einem sinkenden Sauerstoffgehalt. Bei Starkregenereignissen kann es zu Mischwasserentlastungen der Kanalisation in die Grummer Teiche kommen, wodurch diese zusätzlich stofflich belastet werden.
    Ein Überangebot an Nährstoffen führt zu einer Eutrophierung im Gewässer. Die sinkende Sauerstoffkonzentration stellt eine potenzielle Gefahr für Fische dar. Außerdem kann es, besonders in den Hitzeperioden, zu einer Geruchsentwicklung durch Faulgase kommen, weil organisches Material nicht mehr vollständig von Mikroorganismen abgebaut werden kann.
  2. Seit März 2023 werden 17 ausgewählte Regenrückhaltebecken und Teiche mit Messeinrichtungen eines Bochumer Unternehmens ausgestattet. Darunter befinden sich der Rottmannsteich, Kaiseraueteich und Tipulusteich, welche vom Grummer Bach durchflossen werden. Je nach Erfordernis werden Wasserstand, Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, elektrische Leitfähigkeit, pH-Wert und Redoxpotential stündlich gemessen und dokumentiert. Der Nitratgehalt und die Salzkonzentration werden indirekt über die elektrische Leitfähigkeit gemessen, während die Konzentration von Cyanobakterien (Blaualgen) an potenziell betroffenen Teichen regelmäßig durch Einzelmessungen überwacht wird. Die Messtechnik ist modular aufgebaut, sodass Sensoren getauscht, ersetzt oder nachgerüstet werden können. Die Daten der kontinuierlichen Messungen ersetzen die händischen Einzelmessungen und erlauben eine ganzjährige Überwachung der hydraulischen sowie stofflichen Belastungen der Anlagen. Durch die stetige Messung können Veränderungen schnell erkannt und beim Überschreiten definierter Schwellenwerte Maßnahmen eingeleitet werden.

Und die Orcas?

Die dritte Frage war ein bisschen speziell:

„Die PARTEI verfolgt wie aus Funk und Fernsehen allseits bekannt seit längerer Zeit nachhaltig das Ziel, Orcas in den Grummer Teichen anzusiedeln“ und weiter: „was denkt die Verwaltung, ab wann damit zu rechnen ist, dass Bochum 1 Nordseeküste haben wird aufgrund Meeresspiegelanstieg?“

Bei der Antwort gab sich die Verwaltung schlagfertig:

„In absehbarer Zukunft ist nicht damit zu rechnen, dass Bochum über eine Küstenlinie verfügt. Des Weiteren ist zu bedenken, dass es sich bei den Orcas um Meeressäuger handelt. Der Speiseplan von Orcas ist sehr groß und besteht beispielweise aus Fischen, Pinguinen, Robben und Seevögeln. Eine Ansiedlung im Süßwasser, insbesondere in den Grummer Teichen, dürfte daher insgesamt schwierig werden. Dennoch wünscht die Verwaltung Ihnen viel Erfolg bei Ihren züchterischen Bemühungen und ist gespannt auf Ihre Zuchtprodukte.“

Nachzulesen:

Antwort der Verwaltung Nr.: 20232520
Datum: 20.09.2023
Verfasser/in: 67 32 Fachbereich: Umwelt- und Grünflächenamt

Bezeichnung der Vorlage: Gefährdet schlechte Wasserqualität die Ansiedlung von Orcas in den Grummer Teichen?

Keine Orcas in den Grummer Teichen!

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